Ein Schwuler als Pfarrer – geht nicht?
Als der damals 34jährige Martin Dielmann 2004 Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenrath-Kohlscheid wurde, war es trotz vermeintlich liberalisierter Gesellschaft alles andere als selbstverständlich, dass ein Homosexueller als Geistlicher tätig sein konnte. Dielmann war damit einer der ersten bekennenden homosexuellen Pfarrer, die im Rheinland mit dem Segen der Kirche eingestellt wurden.
Martin Dielmann: "Ich bin sehr froh gewesen, dass ich gewählt worden bin. Weil ich es nicht für selbstverständlich gehalten habe, als offen schwul lebender Pfarrer in eine Gemeindepfarrstelle gewählt zu werden."
Und so ganz selbstverständlich war das für viele in der Gemeinde freilich nicht. Die 75jährige Katharina M. sprach aus, was wohl viele dachten: "Dass das unmöglich ist, die erste Zeit wie der Herr Dielmann kam. Das hat sich dann natürlich rumgesprochen. Und da haben wir alle gedacht - wie kann so was sein?"
Dass so etwas sein kann, geht auf einen Beschluss der Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland zurück. Schon 1995 legte die Synode nämlich fest, dass die sexuelle Orientierung bei Personalfragen keine Rolle spielen darf.
Ein Mitglied des Kirchenchores kommentierte die Entscheidung für Pfarrer Dielmann so: "Weil ich gehe davon aus, was er als Pfarrer für die Gemeinde bewirken kann. Wie er die Menschen einbinden kann in die Gemeinde. Und da zählt für mich nicht - liebt er nen Mann oder liebt er ne Frau - das ist dann zweitrangig. Das ist - meine ich - seine persönliche Sache."
Martin Dielmann: "Die eine Reaktion ist - wie kannst du als Schwuler ein Vertreter der Kirche sein. Weil Kirche bis vor einigen Jahren ja vor einigen Jahren Schwule und Lesben ausgegrenzt hat und viele negative Erfahrungen mit Kirche machen mussten. Und das andere ist - das find ich toll, das find ich spannend - kannst du mehr davon erzählen."
Mittlerweile ist seine Homosexualität in der Gemeinde kaum noch ein Thema, auch nicht mehr bei den einstigen Skeptikern. Katharina M.: "Mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt. Er ist ein sehr lieber Pfarrer, sehr aufmerksam uns Alten gegenüber."
Pfarrer Dielmann ist in seiner Gemeinde sehr beliebt. Und mit seiner offenen Haltung auch den etwas heikleren Themen gegenüber spricht er manch einem aus der Seele.
Ein Schwuler als Pfarrer – geht doch!
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Im Sommer bekam ich einen neuen Mitbewohner, eine Bartagame, die später auf den Namen Homer
(Übereinstimmungen mit den Essensgewohnheiten eines gewissen Homer Simpson sind nun mal nicht zu übersehen...) getauft werden sollte.